Hallertauer Volkstrachtenverein e.V. 

 

HVT Wittmannsaal Siegenburg

Bericht aus der Mittelbayerischen Zeitung

04. Dezember 201607:30 Uhr

SANIERUNG

Hereinspaziert – aber noch nicht überall

Knapp vor dem Kathreintanz kam die Freigabe – der Wittmannsaal darf genutzt werden. Doch die Genehmigung ist befristet. 
Von Roswitha Priller






 

VON ROSWITHA PRILLER. Das schadhaft gewordene Dach des über neunzig Jahre alten Gebäudes, in dem der Wittmannsaal in Siegenburg beheimatet ist, war Grund für die großangelegte Renovierungsaktion. Das Gebäude aus dem Jahr 1928 wurde heuer nach Abschluss der Ballsaison umfassend it einem veranschlagten Kostenvolumen von 1,8 Millionen Euro im Rahmen der Städtebauförderung generalsaniert.







 

Der Wittmannsaal erstrahlt in neuem Glanz. Die Farben wurden beibehalten, um die Charakteristik zu behalten. Die Bestuhlungsstruktur ist etwas klarer und geradliniger. Zusätzliches Mobiliar wurde entfernt. „Der Boden gehört noch etwas eingetanzt. Aber wir arbeiten fest daran.“, so Matthias Mohr vom HVT. Foto: Priller

Inhaber und Betreiber des Wittmannsaales ist der Hallertauer Volkstrachtenverein (HVT). Die Bauherrenschaft hatte aus fördertechnischen Gründen der Markt Siegenburg übernommen. „Am 14. März starteten offiziell die Sanierungsarbeiten. Bauzeitende war der 25. November um 8.14 Uhr.“, berichtete Matthias Mohr, der Kassier des HVT.

Warum mit dieser exakten Uhrzeit? „Zu diesem Zeitpunkt erreichte uns die Nachricht vom Landratsamt, dass wir aufsperren und den Betrieb wiederaufnehmen dürfen.“, so Mohr weiter. Während der gesamten Sanierungsphase war der 26. November, der Termin für den „Kathreintanz“, mit dem traditionell in Siegenburg die Ballsaison begonnen wird, die absolute Deadline für die Fertigstellung des Wittmannsaals.

 

Interimserlaubnis bis Mai 2017

 

Nur die sehr enge Bauzeitenplanung von Architekt Günther Naumann hätten das Riesenprojekt in dieser kurzen Zeitphase ermöglicht. „Bei der Sanierung eines Altbaus ist immer mit Unwägbarkeiten zu rechnen.“, so Thomas Kratzl, der erste Vorsitzende des HVT. Naumann und Bauleiter Thomas Lell hätten perfekt auf alle ungeplanten Überraschungen reagiert. „Wo es ging, wurden die Bauzeitpläne quasi ineinandergeschoben, um jeden Rückstand aufzufangen.“, lobte Kratzl.







 

Der Dachstuhl war der eigentliche Sanierungsgrund für den Wittmannsaal. Der Dachstuhl wurde komplett erneuert. Und zwar mit einem speziellem Verfahren, das es ermöglichte, dass die Decke des Saales erhalten bleiben konnte. Über den Dachboden verlaufen nun auch die ganz neuen, ummantelten Lüftungskanäle.Foto: Priller 

Immerhin hatte man ziemlich zu Beginn der Sanierungsarbeiten mit den Folgen eines Brandes zu kämpfen. Nur so und mit der tatkräftigen Mithilfe von vielen Vereinsmitgliedern konnte das ehrgeizige Projekt im Zeitplan bleiben. „Ursprünglich sollte ja nur das Dach saniert werden.“, so Mohr. Aber da die Sanierung des Daches ein grundlegender Eingriff in die Bausubstanz ist, war von Anfang an klar, dass der Wittmannsaal dadurch seinen Bestandsschutz verliert. Um die Betriebserlaubnis wieder zu erhalten, musste alles auf den Stand der Technik gebracht werden.


 

Neueste Technik versorgt die Zapfanlage in der Bar. Der gesamte Raum ist gekühlt und bietet Platz zur Getränkelagerung. „Die Schankanlage plus Kühlung geht komplett auf Kosten des HVT.“, so Matthias Mohr. Auch die neue Kühl- und Gefriertechnik für die Speisenzubereitung trägt der Verein.Foto: Priller

Das betraf vor allem den umfassenden Brandschutz, den Sanitärbereich inklusive Personalräume, die Lüftungstechnik sowie Flucht- und Rettungswege. Gleichzeitig wurden noch notwendige Renovierungs- und Umgestaltungsarbeiten in Angriff genommen. Da es noch offene Fragen wegen der Rettungswege außerhalb des Gebäudes gibt, wurde eine Interimserlaubnis bis Mitte Mai 2017 erteilt. Negative Konsequenz: die neuen Übungsräume im Keller dürfen nicht genutzt werden.

Der Saal selbst wurde in seiner Charakteristik weitgehend belassen. Die Bestuhlungsstruktur ist etwas klarer, zusätzliches Mobiliar, etwa im Bereich der „Pokalwand“, wurde entfernt. „Die Farben haben wir bewusst beibehalten.“, erklärte Kratzl.

Bei einem Blick zur Decke werden die technischen Neuerungen offensichtlich: Brandmelder, Lüftungsgitter und Notbeleuchtung. Auch die Bühnentechnik wurde modernisiert. Neu ist eine Bühnenvorbeleuchtung.

 

Boden muss noch eingetanzt werden

 

Selbstverständlich wurde der Tanzboden abgeschliffen und neu eingelassen. „Der Boden gehört noch gescheit eingetanzt. Aber beim Kathreintanz hat er sich schon bewährt.“, meinte Mohr schmunzelnd. Der Saal wird mit zentral gesteuerten Radiatoren beheizt, in den Übungsräumen ist Fußbodenheizung. Geheizt wird mit Gasbrennwerttechnik.



Ein neues Hintergrundbild ziert die Bühne. Die auf einen textilen Vorhang gedruckte Fotografie stammt von Dr. Christian Kahler und zeigt ein typisches Siegenburger Motiv: Hopfengärten mit Blick auf die St. Nikolaus Kirche, den Dom der Hallertau. Bei Bedarf kann der Vorhang zur Seite geschoben werden.Foto: Priller

„Der Kellerbereich des Gebäudes wurde bisher gar nicht genutzt. Den haben wir sozusagen neu erschlossen.“, so Kratzl. Hier finden sich jetzt Übungsräume für den HVT und die Siegonia. Auch die vorgeschriebenen Personalräume mit WC sind im Untergeschoss. Im Erdgeschoss gibt es nun ein behindertengerechtes WC. Die anderen Toiletten sind in den Keller verlegt worden. Überall finden sich Solnhofener Platten als Bodenbelag. Das schafft eine helle und freundliche Atmosphäre. „Außerdem ist der Belag leicht zu reinigen.“, wissen die HVTler.

In ein paar Wochen soll auch die beliebte Bar fertig sein. „Die Theke wird völlig neu. Vieles vom Gebälk wurde erneuert, aber optisch wieder angeglichen.“, so Kratzl. Der Küchenbereich inklusive Schank- und Kühltechnik wurden ebenfalls umfassend modernisiert.




Ein Blick in die Damen-Toiletten. Der Boden ist anthrazitgrau gehalten, die Objekte dazu cremefarben. Es gibt fünf Toiletten und ebenfalls fünf Waschbecken. Den Herren stehen drei Toiletten und sechs Urinale zur Verfügung, ausgerüstet mit Sensortechnik. Im Erdgeschoss befindet ein behindertengerechtes WC.Foto: Priller

Die erste Feuerprobe wurde bereits gut überstanden. Beim Besichtigungstermin war das Küchenteam unter Leitung von Christl Brunner gerade fleißig beim Vorbereiten für die Bewirtschaftung des Christkindlmarkts. „Wir sind sehr zufrieden mit unserer neuen Küche.“, ist die einhellige Meinung der Damen

Fotoalbum Endspurt Umbau Wittmannsaal



Fotogalerie Umbau 


 

Ein herzliches "Vergelt's Gott" an die fleißigen Helfer welche tatkräftig und zuverlässig geholfen haben. Uns zeigt es, wie wichtig dieser Ort für viele Siegenburger ist - für SIE ist es "UNSER Wittmannsaal" und nicht "nur" die Heimat des HVT!

 


 

 


Der Wittmannsaal wurde 1928 von den Guts- und Brauerreibesitzern Karl und Eduard Wittmann erbaut. Anfang der siebziger Jahre stand dieser dann zum Verkauf an. Der Trachtenverein trug sich zu dieser Zeit schon mehrere Jahre mit dem Gedanken ein Vereinsheim zu erstellen, nun bot sich die Möglichkeit an.

1976 konnte der HVT den Wittmannsaal für 110.000,00 DM erwerben. Es war für den Verein eine sehr hohe Summe. Der Kauf war nur durch eine großartige Spendenaktion von Vereinsmitgliedern, den Siegenburger Bürgern, der Gemeinde, Geschäftsleuten und Privatpersonen möglich.

Der Kauf des Wittmannsaal bracht aber auch große Verpflichtungen für den Verein und seine Mitglieder mit. Viele freiwillige Helfer und Mitglieder des Vereines halfen bei den Sanierungs- und Renovierungsarbeiten innen und außen, sowie bei den vielen Umbaumaßnahmen des Saals. Diese vielen kleinen Leistungen waren mit Geld nicht zu bezahlen und es wurde ein zufriedenstellendes Werk geschaffen.


1977 wurde der Wittmannsaal general renoviert. Es wurde der Boden neu verlegt und der Innenraum farblich neu gestaltet, nach Ideen und Entwürfen von unserem Ehrenmitglied Johann Ertlmeier sen.

1980 folgte der Ausbau des Essraums neben der Küche.

1986 wurde der Spielmannszugraum angebaut.

Im Jahr 1989 standen eine größere Renovierung an. Der Giebel an der Westseite wurde stabilisiert und neu verputzt. 

1990 begann man mit den Dacharbeiten. Es musste der gesamte Dachstuhl saniert und das Dach neu eigedeckt werden.

1992 wurde der Wittmannsaal mit neuen Tischen und Stühlen ausgestattet.

Über der Küche wurde eine neuer Übungsraum für den Spielmannszug geschaffen, so eine räumliche Erweiterung der Küche vollzogen.

1994 bekam der Wittmannsaal eine neue Heizung.


Es finden seitdem Faschingsbälle, Hochzeiten, Versammlungen, Heimatabende, Volkstänze, Konzerte sowie Firmen- und Weihnachtsfeiern statt.


Es wurden auch schon 3 Primizfeiern im Saal vom Hallertauer Volkstrachtenverin ausgerichtet.


Das gesamte kulturelle und öffentliche Leben in Siegenburg findet im Wittmannsaal statt, der eigenständig vom Verein betrieben wird.


Im Jahr 1995 begann der Verein mit der Erneuerung der Toilettenanlagen.

Vom langjährigen Vereinsmitglied Georg Kelle wurde ein wunderschöner Fahnenschrank in Form des Siebenbürger Marktwappens gefertigt und gestiftet.


1997 wurde der Eingangsbereich zum Wittmannsaal neu gestaltet. eine Eingangstreppe mit Überdachung, sowie eine neue Haustüre wurden angeschafft.

Das ganze Gebäude wurde mit neuen Fenstern ausgestattet.


2005 wurde eine neue Theke im Wittmannsaal eingebaut.

Durch diese Umbauten und Sanierungsarbeiten der letzen Jahre wurde der Saal ein zeitgemäßer Festsaal, der das ganze Jahr über mit Veranstaltungen belegt ist. Der Saal wird sehr gut angenommen, was der Belebungsplan zeigt.


In den folgenden Jahren wurde der Eingangsbereich, die Küche und der Vorplatz des Wittmannsaals neu gestaltet. 


Ab dem Frühjahr 2016 wird der HVT Wittmannsaal saniert.

Wenn alles nach Plan läuft, findet im November 2016 wieder die erste Veranstaltung im Wittmannsaal statt.


Falls Sie daran Interesse haben eine Firmenfeier, Hochzeit oder eine andere Veranstaltung im Wittmannsaal zu feiern, dann können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen.


Wir freuen uns über Ihre Nachricht.

 

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